Die Latécoère 298 wurde kurz vor dem zweiten Weltkrieg von der französischen Luftwaffe in Dienst gestellt. Ihre Einsatzgebiete waren Aufklärung, U-Boot Bekämpfung, Torbedobomber und als Schlacht- und Sturzkampfflugzeug. Nach der Kapitulation Frankreichs setzten sowohl die Vichy-Regierung als auch die Regierung des freien Frankreichs die Latécoère 298 ein und einige Exemplare wurden von der deutschen Luftwaffe übernommen.
Die B-Version der Latécoère 298 verfügte über eine
Doppelsteuerung und hatte Platz für bis zu vier Mann Besatzung, wobei
der Navigator im hinteren Teil der Maschine sitzen mußte. Das Hauptmerkmal
war die Vertiefung unter dem Rumpf, die für die Aufnahme eines Torpedos
, einer 500 kg Bombe oder eines Kraftstoffzusatzbehälters diente. Nach
dem Krieg wurden die letzten Flugzeuge der Escadrille 3.S am Bodensee stationiert
und zu Überwachungszwecken und Polizeipatrouillen eingesetzt. 1950
wurde die letzte Laté 298 außer Dienst gestellt und verschrottet.
Keine Angst vor Short Run
Was genau unter dem Begriff Short Run Bausatz verstanden werden kann ist nicht ganz klar. Fakt ist, es sind Bausätze die von Kleinserienherstellern erzeugt werden die bei weitem nicht die Möglichkeiten haben die wir von Herstellern wie Tamiya oder Hasegawa gewohnt sind. Dennoch, verstecken brauchen sich diese Nischenprodukte nicht. Bieten sie doch meist Modellvarianten die von den Großherstellern ignoriert werden. Die Erkennungsmerkmale der Bauteile sind meist sehr dicke und klobige Kunststoffteile die aber gegen den üblichen Modellen anderer Firmen sehr weich und leicht zu bearbeiten sind.
Alles was ins Detail geht und durch diese Technik an Feinheit nicht erreicht wird, wird durch Resinbauteile ergänzt. Diese wiederum sind in bestechender Qualität und von Bauteilen der vielen Zubehörherstellern kaum zu unterscheiden. Was kein Wunder ist, werden die Modellteile von AZUR doch in Tschechien gefertigt und die sind für ihre gute Arbeit bekannt. Es gibt also keine Bedenken für fortgeschrittene Modellbauer auf solch einen Bausatz zurück zu greifen. Für ungeübte gibt es eine Menge Möglichkeiten seine Fähigkeiten zu verbessern und eine Menge an neuen Techniken zu lernen.
das
Modell - Latécoère 298 B
Eigentlich ist in so einem Bausatz alles beigelegt was man braucht. Feine Resinteile für die gute Optik im Cockpitbereich, schöne Gravuren der Plastikteile und bei manchen Modellen sogar einige Ätzteile. So gesehen kann die Kategorie der Modelle – aus der Schachtel gebaut – voll erfüllt werden ohne noch Teile zukaufen zu müssen. Ich habe mich dann entschieden, einige Teile die zu klobig ausgeführt waren durch nachgebildete dünnere, feinere Teile aus Evergreen Stripes zu ersetzen. Das betrifft hauptsächlich die Verstrebungen im Cockpitbereich und andere Bleche wie die Abdeckungen der Abgasanlage.
Da das Material wie oben genannt sehr weich ist, ließen sich Gravuren und Nieten mühelos ins Plastik einarbeiten. Die Konstruktion der Verbindungstreben zwischen Flugzeug und Schwimmern habe ich durch ovale Resinstreifen von Rai-Ro ersetzt, da die Bausatzteile teilweise zu dick ausgefallen waren und anhand einer Skizze im falschen Winkel standen. Einzig beim Trolley, Produkt von SIGNIFER (SN48009), traten Probleme auf. Nicht wegen des Bausatzes selbst, sondern beim Aufsetzen der Latécoère auf die Gummimuffen des Trolleys. Da waren einige Paßproben und Schleifarbeiten notwendig.
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Fazit
Bei solch interessanten Flugzeugtypen kommt man auf den Geschmack auf mehr
von ihnen. Firmen wie AZUR, SIGNIFER, MPM oder SPEZIAL HOBBY decken diese
Nische gut ab. Mit ein wenig Übung hat man nach zwei Bausätzen
dieser Art den Dreh raus und baut sie wie ganz "normale" Modelle
der Standartqualität. Auf jeden Fall haben sie gegenüber früherer
Tage die Qualität ordentlich in die Höhe getrieben und bieten
Bausätze, die sich von Modell zu Modell in Punkto Ausführung und
Ausstattung immer mehr steigern. Die einzige Gefahr - daß irgendwann
Großhersteller dasselbe Modell in Spitzenqualität herstellen.
Diese und andere "exotische"
Bausätze findet ihr bei Modellbau Paul Vienna
über den Erbauer
Christian Jakl
Ich lebe mit meiner zauberhaften Frau und Tochter am Rande von Wien. 1971
geboren und gelernter Druckvorstufentechniker. Von
Kindheit an beschäftige ich mich mit dem Modellbau. Über Schiffe, Autos und
Jets bin ich jetzt zu den Flugzeugmodellen des 2WK gekommen. Schwerpunkt
deutsche Luftwaffe. Doch am liebsten beschäftige ich mich mit dem
Dioramenbau 1:48, da ich dort vieles selbst anfertigen und meiner Fantasie
freien Lauf lassen kann. Das Ausprobieren neuer Techniken und Möglichkeiten
Bausätze mit anderen Produkten zu kombinieren und mit verschiedenen
Werkzeugen zu bearbeiten, habe ich mir zur Aufgabe gemacht - zu lernen gibt es ständig.
Zufrieden bin ich nie und so treibe ich mich
ständig vorwärts, noch mehr aus meinen Modellen heraus zu holen. Das einzige
Problem, und da werde ich wohl nicht alleine sein, ist der Zeitfaktor. Ich
wünsche jedem viel Spaß mit dieser Seite und würde mich über Kritiken aller
Art freuen.
Diese Seite: GALERIE: Latécoère 298 B - keine Angst vor Short Run ... (1:48), gebaut von Christian Jakl
wurde zuletzt geändert am: 25.03.2007
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