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Latécoère 298 B - keine Angst vor Short Run ...

gebaut von Christian Jakl (1:48)

 
 

Die Latécoère 298 wurde kurz vor dem zweiten Weltkrieg von der französischen Luftwaffe in Dienst gestellt. Ihre Einsatzgebiete waren Aufklärung, U-Boot Bekämpfung, Torbedobomber und als Schlacht- und Sturzkampfflugzeug. Nach der Kapitulation Frankreichs setzten sowohl die Vichy-Regierung als auch die Regierung des freien Frankreichs die Latécoère 298 ein und einige Exemplare wurden von der deutschen Luftwaffe übernommen.

Die B-Version der Latécoère 298 verfügte über eine Doppelsteuerung und hatte Platz für bis zu vier Mann Besatzung, wobei der Navigator im hinteren Teil der Maschine sitzen mußte. Das Hauptmerkmal war die Vertiefung unter dem Rumpf, die für die Aufnahme eines Torpedos , einer 500 kg Bombe oder eines Kraftstoffzusatzbehälters diente. Nach dem Krieg wurden die letzten Flugzeuge der Escadrille 3.S am Bodensee stationiert und zu Überwachungszwecken und Polizeipatrouillen eingesetzt. 1950 wurde die letzte Laté 298 außer Dienst gestellt und verschrottet.


Keine Angst vor Short Run

Was genau unter dem Begriff Short Run Bausatz verstanden werden kann ist nicht ganz klar. Fakt ist, es sind Bausätze die von Kleinserienherstellern erzeugt werden die bei weitem nicht die Möglichkeiten haben die wir von Herstellern wie Tamiya oder Hasegawa gewohnt sind. Dennoch, verstecken brauchen sich diese Nischenprodukte nicht. Bieten sie doch meist Modellvarianten die von den Großherstellern ignoriert werden. Die Erkennungsmerkmale der Bauteile sind meist sehr dicke und klobige Kunststoffteile die aber gegen den üblichen Modellen anderer Firmen sehr weich und leicht zu bearbeiten sind.

Alles was ins Detail geht und durch diese Technik an Feinheit nicht erreicht wird, wird durch Resinbauteile ergänzt. Diese wiederum sind in bestechender Qualität und von Bauteilen der vielen Zubehörherstellern kaum zu unterscheiden. Was kein Wunder ist, werden die Modellteile von AZUR doch in Tschechien gefertigt und die sind für ihre gute Arbeit bekannt. Es gibt also keine Bedenken für fortgeschrittene Modellbauer auf solch einen Bausatz zurück zu greifen. Für ungeübte gibt es eine Menge Möglichkeiten seine Fähigkeiten zu verbessern und eine Menge an neuen Techniken zu lernen.


das Modell - Latécoère 298 B

Eigentlich ist in so einem Bausatz alles beigelegt was man braucht. Feine Resinteile für die gute Optik im Cockpitbereich, schöne Gravuren der Plastikteile und bei manchen Modellen sogar einige Ätzteile. So gesehen kann die Kategorie der Modelle – aus der Schachtel gebaut – voll erfüllt werden ohne noch Teile zukaufen zu müssen. Ich habe mich dann entschieden, einige Teile die zu klobig ausgeführt waren durch nachgebildete dünnere, feinere Teile aus Evergreen Stripes zu ersetzen. Das betrifft hauptsächlich die Verstrebungen im Cockpitbereich und andere Bleche wie die Abdeckungen der Abgasanlage.

Da das Material wie oben genannt sehr weich ist, ließen sich Gravuren und Nieten mühelos ins Plastik einarbeiten. Die Konstruktion der Verbindungstreben zwischen Flugzeug und Schwimmern habe ich durch ovale Resinstreifen von Rai-Ro ersetzt, da die Bausatzteile teilweise zu dick ausgefallen waren und anhand einer Skizze im falschen Winkel standen. Einzig beim Trolley, Produkt von SIGNIFER (SN48009), traten Probleme auf. Nicht wegen des Bausatzes selbst, sondern beim Aufsetzen der Latécoère auf die Gummimuffen des Trolleys. Da waren einige Paßproben und Schleifarbeiten notwendig.
 
 
 
 

Latécoère 298 B (1:48)

 
  Modell: Christian Jakl, Modellfotos: Wolfram Bradac  
     
     
 
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Fazit

Bei solch interessanten Flugzeugtypen kommt man auf den Geschmack auf mehr von ihnen. Firmen wie AZUR, SIGNIFER, MPM oder SPEZIAL HOBBY decken diese Nische gut ab. Mit ein wenig Übung hat man nach zwei Bausätzen dieser Art den Dreh raus und baut sie wie ganz "normale" Modelle der Standartqualität. Auf jeden Fall haben sie gegenüber früherer Tage die Qualität ordentlich in die Höhe getrieben und bieten Bausätze, die sich von Modell zu Modell in Punkto Ausführung und Ausstattung immer mehr steigern. Die einzige Gefahr - daß irgendwann Großhersteller dasselbe Modell in Spitzenqualität herstellen.


 
 
Diese und andere "exotische" Bausätze findet ihr bei Modellbau Paul Vienna
 
     
   
     
     
 
 
 
 
 
  über den Erbauer      
 

Christian Jakl

     
         
  Ich lebe mit meiner zauberhaften Frau und Tochter am Rande von Wien. 1971 geboren und gelernter Druckvorstufentechniker. Von Kindheit an beschäftige ich mich mit dem Modellbau. Über Schiffe, Autos und Jets bin ich jetzt zu den Flugzeugmodellen des 2WK gekommen. Schwerpunkt deutsche Luftwaffe. Doch am liebsten beschäftige ich mich mit dem Dioramenbau 1:48, da ich dort vieles selbst anfertigen und meiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Das Ausprobieren neuer Techniken und Möglichkeiten Bausätze mit anderen Produkten zu kombinieren und mit verschiedenen Werkzeugen zu bearbeiten, habe ich mir zur Aufgabe gemacht - zu lernen gibt es ständig.

Zufrieden bin ich nie und so treibe ich mich ständig vorwärts, noch mehr aus meinen Modellen heraus zu holen. Das einzige Problem, und da werde ich wohl nicht alleine sein, ist der Zeitfaktor. Ich wünsche jedem viel Spaß mit dieser Seite und würde mich über Kritiken aller Art freuen.
  Christian Jakl  
         
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wurde zuletzt geändert am: 25.03.2007
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