Lange haben wir warten müssen bevor sich ein Hersteller dazu entschloss,
endlich die 1:48er Serie mit einer Do217 zu erweitern. REVELL - MONOGRAM
hat sie dann verwirklicht. Viele werden sich geärgert haben, die gleich
losrannten und den teuren Originalbausatz von MONOGRAM gekauft haben. Denn
nur 4 Monate später gab´s den Bausatz um EUR 28,90 von der deutschen
Tochter REVELL.
Gleich nach dem Öffnen der Schachtel, die wieder mal viel zu groß
ist - kennt man ja von REVELL - findet man einen absolut sauberen Bausatz
vor. Das Cockpit ist sehr gut detailliert und die Gravuren sind sauber.
Es sollte also kaum ein Problem sein, die 217er ohne besondere Umrüstsätze
zu einem guten Modell zusammenzubauen. Dennoch besorgte ich mir noch einen
EDUARD Fotoätzteilbogen um EUR 16,-- und den, meiner Meinung nach viel
zu teuren VERLINDEN Zubehörsatz um sage und schreibe EUR 52--.
das
Cockpit
Beginnen wir, wie könnte es auch anders sein, mit dem Cockpit. Die
REVELL Teile sind wie schon erwähnt gut detailliert und lassen sich
mit den EDUARD Teilen noch etwas verbessern. Bei den Sitzen sind wie gewohnt
keine Gurten im Spritzling mitgearbeitet. EDUARD hilft dabei aus. Beim VERLINDEN
Produkt sind 3 Sitze beigefügt, aber verwenden kann man nur den vom
Bordnavigator. Der Pilotensitz ist falsch und der Dritte ist überhaupt
unnötig. Zuerst habe ich alle Cockpitteile vom Ast getrennt und gesäubert.
Danach die EDUARD Teile angebracht, die am Anfang mitlackiert werden können.
Lackiert wurde das Ganze dann mit GUNZE RLM66. Danach laut Skizze und Buch
mit Pinsel eingefärbt. Zum Schluß alle Wände und Teile mit
schwarzer Wasserfarbe schattiert. Die Wasserfarbe wird stark verdünnt
und ein Tropfen Geschirrspüllmittel beigemengt, damit die Farbe in
die Konturen fließt. Danach mit der Trockenmaltechnik die Kanten mit
Aluminium nachbearbeitet.
Bleibt nur noch das Armaturenbrett. Die Vorderseite muss komplett von allen
Strukturen des Originalbausatzes befreit werden, damit der Film und der
Ätzteil glatt aufzubringen sind. Auf der Rückseite werden alle
Strukturen, die eine Verkabelung darstellen, entfernt. Danach mit einer
heißen dünnen Nadel Löcher eingestochen und ein 0.2mm dünner
Kupferdraht eingesetzt. Die Ätzteile werden ausgeschnitten und auf
ein Klebeband aufmontiert und auf gleiche Weise wie die Cockpitwände
lackiert und bemalt. Auf der Rückseite des Films werden per Hand die
einzelnen Farben für Meßnadeln und Kontrollen eingefärbt
und der Rest mit Silber bemalt. Beide Teile dann gut aushärten lassen
und mit einen 2 Komponentenkleber von UHU zusammenkleben. Dieser Klebstoff
hat den Vorteil, das er glasklar austrocknet und sich beim Zusammendrücken
aus den Öffnungen drückt und somit gleich die Glasabdeckungen
simuliert.
Abb. 1
Abb. 2
Abb. 3
Abb. 4
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Rumpf
und Tragwerk
Der Rumpf besteht aus drei Teilen, bevor man diese aber bearbeitet muss
man sich entscheiden, ob man die Einstiegsklappe geöffnet haben will
oder nicht. Wenn ja, dann diese mit einer dünnen Säge herausschneiden
und nach dem Zusammenkleben dünn verschleifen. Hier empfiehlt es sich
die Variante von EDUARD zu nehmen, da diese weit besser ausgeführt
ist als die von VERLINDEN. Danach die beiden unteren Rumpfhälften zusammen
kleben. Das Cockpit nicht vorher einkleben, da der Bausatz so genau ausgeführt
wurde, das das Cockpit von alleine in die richtige Position rutscht. Über
Nacht die Rumpfhälften dann aushärten lassen - TAMIYA Klebeband
ist da sehr hilfreich. Bevor die Oberseite des Rumpfes angebracht wird gibt
es noch einiges zu tun.
Jetzt kommt die gute Seite des VERLINDEN Produkts zum Zuge - die Landeklappen:
die Abdeckungen müssen mit einer dünnen Säge ausgeschnitten
werden. Es empfiehlt sich auf der Innenseite des Plastiks zuerst ordentlich
dünn zu schleifen. Eine ziemlich lange und lästige Angelegenheit.
Wenn das dann geschafft ist, die Klappen laut Bauplan zusammen bauen und
schon beim Zusammenbau die richtige Winkelung beachten, um spätere
Ärgernisse zu umgehen. Leider hat VERLINDEN die seitlichen Abschlüsse
zu Rumpf und Querruder vergessen, also müssen diese selbst mit Plastik-
oder Messingteilen eingebaut werden. Auch Quer-, Höhen- und Seitenruder
vor dem Zusammenbau ausschneiden und die Innenseiten dünn verschleifen.
Höhen- und Seitenruder sind von VERLINDEN aus Resin beigefügt.
Einzig und allein die Querruder müssen selbst nachgebaut werden. Zum
Thema Ruder selber bauen werde ich noch einen eigenen Bericht zur Verfügung
stellen.
Abb. 5
Abb. 6
Abb. 7
Abb. 8
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In der Bauanleitung von REVELL ist es so dargestellt,
daß die Flügelober- und die Flügelunterseite nach dem Zusammenfügen
des Rumpfes verklebt werden. Leichter ist es aber genau anders rum. Bevor
der Oberteil aufgesetzt wird, sollte man kontrollieren, ob die Rumpfschale
gespreizt genug ist. Bei mir war sie das nicht, darum habe ich die Schale
mit Zahnstocher gespreizt und diese mit Superkleber fixiert. Danach sollte
es kein Problem sein den Rumpf fertig zu stellen. Ein Spalt zwischen Rumpf
und Tragwerk ist kaum zu vermeiden - spachteln ist angesagt. Am leichtesten
ist es wenn man auf beiden Seiten des Spalts Klebeband anbringt und dann
mit einem Zahnstocher die Spachtelmasse eindrückt. Nach 24 Stunden
kann das Klebeband entfernt werden und der kleine erhabene Rest der Spachtelmasse
abgeschliffen werden.
Die beiden Motorgondeln werden noch vom Bausatz getrennt, denn der Bausatz
ist hinten bei den Gondeln zu, ermöglichen also keinen Einblick aufs
Innere. Man sieht zwar trotzdem nichts, aber es könnte ja sein. Es
wirkt auf jeden Fall realistischer. Die Verglasung bei der 217er ist leicht
zu maskieren, da zu 99% alle Scheiben plan sind. Ausgenommen die Radarhaube.
Zum Maskieren der Haube verwende ich GUNZE Mr.Masking Sol. Es lässt
sich mit Wasser verdünnen und fließt so von alleine in die Konturen.
Den Rest decke ich mit zugeschnittener Maskierfolie ab. Danach wird das
Glas mit 3-4 kleinen Klebepunkten provisorisch fixiert, um es nach der Tarnlackierung
wieder leicht abnehmen zu können, da die MG´s nachträglich
eingebaut werden.
Abb. 9
Abb. 10
Abb. 11
Abb. 12
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die
Lackierung
Zum Beginn der Lackierung wird das komplette Glas mit GUNZE RLM66 lackiert,
damit auf der Innenseite der Verglasung die richtige Farbe ist. Danach wird
das ganze Modell dem "Spinnennetz" unterzogen. Mit Schwarz, Braun
oder Dunkelgrau werden mit Hilfe des Luftpinsels alle Gravuren nachgezogen.
Das bedingt, daß alle darauf folgenden Farben stark verdünnt
aufgebrusht werden müssen, um so die Schattierung des Spinnennetzes
nicht zu zerstören. Das Ergebnis ist, das man im Vorfeld schon eine
Schattierung oder Alterung ins Modell bringt (Preshading). Traditionell
beginne ich mit der hellen Farbe zuerst. Stufenweise wird mit TAMIYA Klebeband
abgedeckt. Das Tarnschema entnahm ich aus dem REVELL Bauplan. Ich konnte
zwar keine Originalfotos dazu finden, aber das Schema gefiel mir.
Als die Lackierung beendet war, liess ich das Modell für ein paar Stunden
liegen, damit der Lack genug Zeit hat, auszuhärten. Dann wurden alle
Restlackierungen wie Fahrwerkschächte usw. erledigt. Um den DECALS
eine gute Grundlage zu bieten, wurde das ganze Modell mit glänzendem
Klarlack gesprüht. Nach dem Aufbringen der Abziehbilder wurden diese
wieder mit einer Schicht des selben Lacks überzogen. Danach sollte
man den Lack mindestens 24 Stunden trocknen lassen, um ihn nicht zu zerstören
wenn man mit der Ölfarbe und Terpentinersatz darüber geht. Die
Ölfarbe und der Balsamterpentin sind im Künstlerbedarf erhältlich.
Mit einem dünnen Pinsel lässt man die mit Terpentin stark verdünnte
Ölfarbe in die Gravuren fließen. Mit einem weichen, in Terpentin
angefeuchteten Tuch - aber nicht nass! - wischt man dann den Überschuss
gegen die Flugrichtung ab. So entsteht wieder mehr der Eindruck von Verschmutzung.
Abb. 13
Abb. 14
Abb. 15
Abb. 16
Abb. 17
Abb. 18
Abb. 19
Abb. 20
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der
Rest ...
Zum Schluss werden noch einige Kleinteile, soweit sie nicht schon während
des Zusammenbaus mitgelaufen sind, fertig gestellt. Die Reifen sind im Vergleich
zum Original zu schmal und werden also mit einer 0.8mm dicken Plastikkarte
verbreitert und nachgraviert. Zum Thema Reifen und Felgen lackieren gibt
es einen eigenen Bericht von Wolfram unter "Tips und Tricks".
Der Trick mit dem Antennendraht aus einem Wattestäbchen ist auch von
Wolfram. Der Vorteil vom Wattestäbchen ist das sich dieser länger
ziehen lässt als ein Stück vom Gussast.
Abb. 21
Abb. 22
Abb. 23
Abb. 24
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Fazit
Passgenauigkeit und Ausführung der Do217 von REVELL sind überdurchschnittlich
gut und der Preis ist mehr als OK. Kleinere Fehler wie zu schmale Reifen
sind kein Hindernis. Auch ohne Zu- oder Umrüstsätze ist dieses
Modell fertig eine Augenweide. Einziger großer Nachteil: die Vitrine
muss schon etwas größer sein, um den Vogel wenigstens schräg
einzustellen.
über den Autor
Christian Jakl
Ich lebe mit meiner zauberhaften Frau und Tochter am Rande von Wien. 1971 geboren und gelernter Druckvorstufentechniker. Von Kindheit an beschäftige ich mich mit dem Modellbau. Über Schiffe, Autos und Jets bin ich jetzt zu den Flugzeugmodellen des 2WK gekommen. Schwerpunkt deutsche Luftwaffe. Doch am liebsten beschäftige ich mich mit dem Dioramenbau 1:48, da ich dort vieles selbst anfertigen und meiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Das Ausprobieren neuer Techniken und Möglichkeiten Bausätze mit anderen Produkten zu kombinieren und mit verschiedenen Werkzeugen zu bearbeiten, habe ich mir zur Aufgabe gemacht - zu lernen gibt es ständig.
Zufrieden bin ich nie und so treibe ich mich ständig vorwärts, noch mehr aus meinen Modellen heraus zu holen. Das einzige Problem, und da werde ich wohl nicht alleine sein, ist der Zeitfaktor. Ich wünsche jedem viel Spaß mit dieser Seite und würde mich über Kritiken aller Art freuen.
Diese Seite: THEMEN: Baubericht: Dornier Do 217
E-5 in 1:48 von Revell
wurde zuletzt geändert am: 13.05.2002
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