Start   Themenübersicht

Baubericht: Dornier Do 217 E-5 in 1:48 von Revell

von Christian Jakl

 
 
Dornier Do 217 - der Bausatz
Lange haben wir warten müssen bevor sich ein Hersteller dazu entschloss, endlich die 1:48er Serie mit einer Do217 zu erweitern. REVELL - MONOGRAM hat sie dann verwirklicht. Viele werden sich geärgert haben, die gleich losrannten und den teuren Originalbausatz von MONOGRAM gekauft haben. Denn nur 4 Monate später gab´s den Bausatz um EUR 28,90 von der deutschen Tochter REVELL.

Gleich nach dem Öffnen der Schachtel, die wieder mal viel zu groß ist - kennt man ja von REVELL - findet man einen absolut sauberen Bausatz vor. Das Cockpit ist sehr gut detailliert und die Gravuren sind sauber. Es sollte also kaum ein Problem sein, die 217er ohne besondere Umrüstsätze zu einem guten Modell zusammenzubauen. Dennoch besorgte ich mir noch einen EDUARD Fotoätzteilbogen um EUR 16,-- und den, meiner Meinung nach viel zu teuren VERLINDEN Zubehörsatz um sage und schreibe EUR 52--.


das Cockpit

Beginnen wir, wie könnte es auch anders sein, mit dem Cockpit. Die REVELL Teile sind wie schon erwähnt gut detailliert und lassen sich mit den EDUARD Teilen noch etwas verbessern. Bei den Sitzen sind wie gewohnt keine Gurten im Spritzling mitgearbeitet. EDUARD hilft dabei aus. Beim VERLINDEN Produkt sind 3 Sitze beigefügt, aber verwenden kann man nur den vom Bordnavigator. Der Pilotensitz ist falsch und der Dritte ist überhaupt unnötig. Zuerst habe ich alle Cockpitteile vom Ast getrennt und gesäubert. Danach die EDUARD Teile angebracht, die am Anfang mitlackiert werden können. Lackiert wurde das Ganze dann mit GUNZE RLM66. Danach laut Skizze und Buch mit Pinsel eingefärbt. Zum Schluß alle Wände und Teile mit schwarzer Wasserfarbe schattiert. Die Wasserfarbe wird stark verdünnt und ein Tropfen Geschirrspüllmittel beigemengt, damit die Farbe in die Konturen fließt. Danach mit der Trockenmaltechnik die Kanten mit Aluminium nachbearbeitet.

Bleibt nur noch das Armaturenbrett. Die Vorderseite muss komplett von allen Strukturen des Originalbausatzes befreit werden, damit der Film und der Ätzteil glatt aufzubringen sind. Auf der Rückseite werden alle Strukturen, die eine Verkabelung darstellen, entfernt. Danach mit einer heißen dünnen Nadel Löcher eingestochen und ein 0.2mm dünner Kupferdraht eingesetzt. Die Ätzteile werden ausgeschnitten und auf ein Klebeband aufmontiert und auf gleiche Weise wie die Cockpitwände lackiert und bemalt. Auf der Rückseite des Films werden per Hand die einzelnen Farben für Meßnadeln und Kontrollen eingefärbt und der Rest mit Silber bemalt. Beide Teile dann gut aushärten lassen und mit einen 2 Komponentenkleber von UHU zusammenkleben. Dieser Klebstoff hat den Vorteil, das er glasklar austrocknet und sich beim Zusammendrücken aus den Öffnungen drückt und somit gleich die Glasabdeckungen simuliert.
 
 
 
 
Abb. 1   Abb. 2   Abb. 3   Abb. 4
 
     
 
(zum Vergrößern Bilder anklicken - Bilder werden auf einer neuen Seite angezeigt)
 
 
 
Seitenanfang
 
Rumpf und Tragwerk

Der Rumpf besteht aus drei Teilen, bevor man diese aber bearbeitet muss man sich entscheiden, ob man die Einstiegsklappe geöffnet haben will oder nicht. Wenn ja, dann diese mit einer dünnen Säge herausschneiden und nach dem Zusammenkleben dünn verschleifen. Hier empfiehlt es sich die Variante von EDUARD zu nehmen, da diese weit besser ausgeführt ist als die von VERLINDEN. Danach die beiden unteren Rumpfhälften zusammen kleben. Das Cockpit nicht vorher einkleben, da der Bausatz so genau ausgeführt wurde, das das Cockpit von alleine in die richtige Position rutscht. Über Nacht die Rumpfhälften dann aushärten lassen - TAMIYA Klebeband ist da sehr hilfreich. Bevor die Oberseite des Rumpfes angebracht wird gibt es noch einiges zu tun.

Jetzt kommt die gute Seite des VERLINDEN Produkts zum Zuge - die Landeklappen: die Abdeckungen müssen mit einer dünnen Säge ausgeschnitten werden. Es empfiehlt sich auf der Innenseite des Plastiks zuerst ordentlich dünn zu schleifen. Eine ziemlich lange und lästige Angelegenheit. Wenn das dann geschafft ist, die Klappen laut Bauplan zusammen bauen und schon beim Zusammenbau die richtige Winkelung beachten, um spätere Ärgernisse zu umgehen. Leider hat VERLINDEN die seitlichen Abschlüsse zu Rumpf und Querruder vergessen, also müssen diese selbst mit Plastik- oder Messingteilen eingebaut werden. Auch Quer-, Höhen- und Seitenruder vor dem Zusammenbau ausschneiden und die Innenseiten dünn verschleifen. Höhen- und Seitenruder sind von VERLINDEN aus Resin beigefügt. Einzig und allein die Querruder müssen selbst nachgebaut werden. Zum Thema Ruder selber bauen werde ich noch einen eigenen Bericht zur Verfügung stellen.
 
 
 
 
Abb. 5   Abb. 6   Abb. 7   Abb. 8
 
     
 
(zum Vergrößern Bilder anklicken - Bilder werden auf einer neuen Seite angezeigt)
 
 
 
Seitenanfang
 
 
In der Bauanleitung von REVELL ist es so dargestellt, daß die Flügelober- und die Flügelunterseite nach dem Zusammenfügen des Rumpfes verklebt werden. Leichter ist es aber genau anders rum. Bevor der Oberteil aufgesetzt wird, sollte man kontrollieren, ob die Rumpfschale gespreizt genug ist. Bei mir war sie das nicht, darum habe ich die Schale mit Zahnstocher gespreizt und diese mit Superkleber fixiert. Danach sollte es kein Problem sein den Rumpf fertig zu stellen. Ein Spalt zwischen Rumpf und Tragwerk ist kaum zu vermeiden - spachteln ist angesagt. Am leichtesten ist es wenn man auf beiden Seiten des Spalts Klebeband anbringt und dann mit einem Zahnstocher die Spachtelmasse eindrückt. Nach 24 Stunden kann das Klebeband entfernt werden und der kleine erhabene Rest der Spachtelmasse abgeschliffen werden.

Die beiden Motorgondeln werden noch vom Bausatz getrennt, denn der Bausatz ist hinten bei den Gondeln zu, ermöglichen also keinen Einblick aufs Innere. Man sieht zwar trotzdem nichts, aber es könnte ja sein. Es wirkt auf jeden Fall realistischer. Die Verglasung bei der 217er ist leicht zu maskieren, da zu 99% alle Scheiben plan sind. Ausgenommen die Radarhaube. Zum Maskieren der Haube verwende ich GUNZE Mr.Masking Sol. Es lässt sich mit Wasser verdünnen und fließt so von alleine in die Konturen. Den Rest decke ich mit zugeschnittener Maskierfolie ab. Danach wird das Glas mit 3-4 kleinen Klebepunkten provisorisch fixiert, um es nach der Tarnlackierung wieder leicht abnehmen zu können, da die MG´s nachträglich eingebaut werden.
 
 
 
 
Abb. 9   Abb. 10   Abb. 11   Abb. 12
 
     
 
(zum Vergrößern Bilder anklicken - Bilder werden auf einer neuen Seite angezeigt)
 
 
 
Seitenanfang
 
die Lackierung

Zum Beginn der Lackierung wird das komplette Glas mit GUNZE RLM66 lackiert, damit auf der Innenseite der Verglasung die richtige Farbe ist. Danach wird das ganze Modell dem "Spinnennetz" unterzogen. Mit Schwarz, Braun oder Dunkelgrau werden mit Hilfe des Luftpinsels alle Gravuren nachgezogen. Das bedingt, daß alle darauf folgenden Farben stark verdünnt aufgebrusht werden müssen, um so die Schattierung des Spinnennetzes nicht zu zerstören. Das Ergebnis ist, das man im Vorfeld schon eine Schattierung oder Alterung ins Modell bringt (Preshading). Traditionell beginne ich mit der hellen Farbe zuerst. Stufenweise wird mit TAMIYA Klebeband abgedeckt. Das Tarnschema entnahm ich aus dem REVELL Bauplan. Ich konnte zwar keine Originalfotos dazu finden, aber das Schema gefiel mir.

Als die Lackierung beendet war, liess ich das Modell für ein paar Stunden liegen, damit der Lack genug Zeit hat, auszuhärten. Dann wurden alle Restlackierungen wie Fahrwerkschächte usw. erledigt. Um den DECALS eine gute Grundlage zu bieten, wurde das ganze Modell mit glänzendem Klarlack gesprüht. Nach dem Aufbringen der Abziehbilder wurden diese wieder mit einer Schicht des selben Lacks überzogen. Danach sollte man den Lack mindestens 24 Stunden trocknen lassen, um ihn nicht zu zerstören wenn man mit der Ölfarbe und Terpentinersatz darüber geht. Die Ölfarbe und der Balsamterpentin sind im Künstlerbedarf erhältlich. Mit einem dünnen Pinsel lässt man die mit Terpentin stark verdünnte Ölfarbe in die Gravuren fließen. Mit einem weichen, in Terpentin angefeuchteten Tuch - aber nicht nass! - wischt man dann den Überschuss gegen die Flugrichtung ab. So entsteht wieder mehr der Eindruck von Verschmutzung.
 
 
 
 
Abb. 13   Abb. 14   Abb. 15   Abb. 16
             
     
Abb. 17   Abb. 18   Abb. 19   Abb. 20
 
     
 
(zum Vergrößern Bilder anklicken - Bilder werden auf einer neuen Seite angezeigt)
 
 
 
Seitenanfang
 
der Rest ...

Zum Schluss werden noch einige Kleinteile, soweit sie nicht schon während des Zusammenbaus mitgelaufen sind, fertig gestellt. Die Reifen sind im Vergleich zum Original zu schmal und werden also mit einer 0.8mm dicken Plastikkarte verbreitert und nachgraviert. Zum Thema Reifen und Felgen lackieren gibt es einen eigenen Bericht von Wolfram unter "Tips und Tricks". Der Trick mit dem Antennendraht aus einem Wattestäbchen ist auch von Wolfram. Der Vorteil vom Wattestäbchen ist das sich dieser länger ziehen lässt als ein Stück vom Gussast.
 
 
 
 
Abb. 21   Abb. 22   Abb. 23   Abb. 24
 
     
 
(zum Vergrößern Bilder anklicken - Bilder werden auf einer neuen Seite angezeigt)
 
 
 
 
 
Fazit

Passgenauigkeit und Ausführung der Do217 von REVELL sind überdurchschnittlich gut und der Preis ist mehr als OK. Kleinere Fehler wie zu schmale Reifen sind kein Hindernis. Auch ohne Zu- oder Umrüstsätze ist dieses Modell fertig eine Augenweide. Einziger großer Nachteil: die Vitrine muss schon etwas größer sein, um den Vogel wenigstens schräg einzustellen.
 
 
 
  Dornier Do217 E-4 (Revell)  
     
 
 
 
 
 
  über den Autor      
 

Christian Jakl

     
         
  Ich lebe mit meiner zauberhaften Frau und Tochter am Rande von Wien. 1971 geboren und gelernter Druckvorstufentechniker. Von Kindheit an beschäftige ich mich mit dem Modellbau. Über Schiffe, Autos und Jets bin ich jetzt zu den Flugzeugmodellen des 2WK gekommen. Schwerpunkt deutsche Luftwaffe. Doch am liebsten beschäftige ich mich mit dem Dioramenbau 1:48, da ich dort vieles selbst anfertigen und meiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Das Ausprobieren neuer Techniken und Möglichkeiten Bausätze mit anderen Produkten zu kombinieren und mit verschiedenen Werkzeugen zu bearbeiten, habe ich mir zur Aufgabe gemacht - zu lernen gibt es ständig.

Zufrieden bin ich nie und so treibe ich mich ständig vorwärts, noch mehr aus meinen Modellen heraus zu holen. Das einzige Problem, und da werde ich wohl nicht alleine sein, ist der Zeitfaktor. Ich wünsche jedem viel Spaß mit dieser Seite und würde mich über Kritiken aller Art freuen.
  Christian Jakl  
         
  Email:      
         
 
 
 
 
Start   Themenübersicht   Sitemap
Seitenanfang
   
   
Diese Seite:  THEMEN: Baubericht: Dornier Do 217 E-5 in 1:48 von Revell
wurde zuletzt geändert am: 13.05.2002
Die URL dieser Seite ist: http://www.rlm.at/cont/thema09.htm

©  Copyright www.rlm.at und der mitwirkenden Autoren. Alle Rechte vorbehalten.

Nutzungsbedingungen: Sämtliches Material auf dieser Site unterliegt dem Copyright und darf nur für den persönlichen Gebrauch verwendet werden. Sie müssen den Autor und/oder den Herausgeber kontaktieren für die Erlaubnis, Material dieser Site für einen anderen Zweck als für den persönlichen Gebrauch zu verwenden!